Monolith – Der Keramikgrill

Monolith – Der Keramikgrill

Vorwort:

Nachdem ich bereits einen Kugelgrill und einen Gasgrill von Weber hatte, war ich im Frühjahr 2015 auf der Suche nach einem Grillgerät um den Bereich Low&Slow für mich zu entecken. Natürlich geht dies auch mit dem Kugelgrill oder aus meiner Sicht auch eingeschränkt mit dem Gasgrill aber so richtig überzeugt hat mich das alles nicht.
So habe ich mir zuerst einen günstigen ElFuego Dakota zugelegt um zu sehen, ob es sich für mich überhaupt lohnt größer zu investieren. Bei gutem Wetter (Angenehmen Temperaturen und möglichst kein Wind) machte der Dakota auch einen guten Job, die Ribs wurden hervorragend und auch andere Low&Slow Gerichte mit einer Garzeit von 8-10 Stunden machten damit richtig Spaß. Aufgrund des dünnen Bleches hatte der Dakota die ein oder andere Einschränkung und für richtige Longjobs über Nacht war das für mich auch nichts. Die Qualität war aufgrund des günstigen Preises natürlich auch eher fragwürdig, mehr kann man aber um ehrlich zu sein auch nicht erwarten.
Aber ich hatte sehr viel Spaß am Thema Low&Slow gefunden, es war also Zeit für das “ultimative Low&Slow Gerät”. Auf der Suche habe ich mir viel angesehen und irgendwann bin ich dann auch bei Haux in Reutlingen an den Monolith geraten. Dieses “Ei” habe ich schon öfters dort stehen sehen, aber noch nie so richtig was damit anfangen können bzw. mich näher dafür interessiert. Im Spätsommer / Herbst kamen die ersten Hinweise auf ein neues Modell auf, so wartete ich erstmal ab was da denn nun vorgestellt wird. Als soweit alles bekannt war, hatte ich auch meine Entscheidung für den Monolith getroffen und direkt vorbestellt. Warum, wieso, weshalb erfahrt ihr hier.

Warum ein Keramikgrill?

Das ist eigentlich relativ einfach beantwortet, ein Keramikgrill ist ein Alleskönner.  Grillen, Niedertemperatur garen, Smoken, Backen, Kalt-Räuchern, alles ist mit einem Keramikgrill möglich. Es ist problemlos möglich den Keramikgrill im Bereich zwischen 70 und 400 Grad konstant zu betreiben. Dabei ist ein Keramikgrill sehr effizient, mit einer Füllung Holzkohle (ca. 3kg) schafft man es locker den Grill bei 110-120 Grad 20 bis 24 Stunden zu betreiben.
Wenn ich nur einen Grill besitzen dürfte, würde hier die Entscheidung zwischen einem Kugelgrill und dem größten Modell von Monolith, dem LeChef fallen.
Die deutlich größere Grillfläche (3 Ebenen)  und die einfachere Handhabung im Bereich Low&Slow, sowie Longjobs über Nacht würden für mich die Entscheidung pro Monolith LeChef bringen. Ein für mich wichtiges Zubehör (ein Drehspieß / Churasco Set) hat Monolith für den LeChef bereits angekündigt und für den Classic ist dieser bereits erhältlich (Stand Mai 2017).
Zudem muss ich auch ehrlich sagen, so ein Keramikgrill macht auch optisch richtig was her. Die Form, das Material und die Haptik sind  im Vergleich zu einem einfachen Grill etwas besonderes und lassen das Grillen zu einem besonderen Erlebnis werden.

Warum einen Monolith Classic?

Warum habe ich nicht gleich einen großen LeChef (Rost 55cm Durchmesser) gekauft oder warum reicht nicht auch der kleine Junior (Rost 33cm Durchmesser)?
Da ich neben dem Monolith Classic auch noch weitere Grillgeräte besitze und der Keramikgrill nur für Low&Slow sowie Pizza gedacht ist, hatte für mich der Monolith Classic (Modell 2016) mit seinen 3 Ebenen genau die richtige Größe und ergänzt meinen vorhandenen Grillgeräte perfekt.
Wie bereits oben beschrieben wäre der LeChef meine Wahl, wenn es mein einziger Grill sein dürfte oder wenn ich sehr oft richtig große Mengen zubereiten müsste. Der Junior ist eher etwas wenn man sehr mobil sein möchte, zudem ist er mir schlichtweg zu klein um z.B. die Verwandschaft mit Ribs zu versorgen oder einen Vorrat Pulled Pork (15kg passen locker in den Classic) zu produzieren.
Die Größe des Classic (Rost 46cm) passt für meinen Einsatzzweck einfach perfekt und sollte auch für fast alle die richtige Größe sein. Nicht umsonst ist der Classic das meist verkaufte Modell von Monolith. Ein Punkt ist auch der Preis, dieser liegt beim Classic in einem vertretbaren Bereich. Zudem bekommt man zum Preis eines LeChef fast schon zwei Classic Modelle. Darüber sollte man auch nachdenken, dies eröffnet einem weitaus mehr Möglichkeiten als nur einen LeChef zu besitzen.

Und warum eigentlich einen Keramikgrill von Monolith? Zwischenzeitlich sind über diverse Onlineshops (Teilweise auch im Fachhandel) zig andere Marken verfügbar. Für einen Monolith sprechen für mich folgende Punkte:

  • Seit langer Zeit am deutschen Markt vertreten
  • Sitz der Firma in Deutschland
  • Im Fachhandel vertreten (Gute Abdeckung, Beratung und besonders wichtig für mich “mal Anfassen können”)
  • Bekannt für seine Qualität (Was ich nach gut einem Jahr im Einsatz bestätigen kann)
  • Sehr guter & kulanter Service
  • Die Produkte werden gepflegt (Modelljahr 2016) und das Angebot an Zubehör wird stetig erweitert
  • Chip-Feeder-System, hier kann jederzeit Holz zum räuchern zugegeben bzw. nachgelegt werden.
    Ich habe es auch schon genutzt um Holzkohle nachzulegen, dies funktioniert wunderbar ohne den kompletten Grill leerräumen zu müssen.
  • Zweigeteilter Deflektorstein und Kohlekorb
  • Zubehör wie Drehspieß, Wok-Aufsatz, Plancha, Temperatursteuerung etc.

 

Im Einsatz:

Anfangs habe ich natürliche verschiedenste Dinge getestet. Als erstes habe ich mich mit der Temperatursteuerung beschäftigt. Grundsätzlich unterscheidet sich diese nicht von einem Kugelgrill, es gibt eine Öffnung unten und eine im Deckel. Drei Dinge sind aus meiner Sicht aber ein deutlicher Unterschied zum Kugelgrill:

  • Zum einen reagiert die Kohle schneller auf Änderungen an den Öffnungen (Es kommt normale Holzkohle und keine Briketts zum Einsatz und der Kamineffekt ist größer). Bis die Keramik und die Anzeige am Deckel auf Temperatur sind dauert es allerdings einige Zeit. Daher nach Änderungen erstmal Ruhe bewahren und nicht ständig verstellen.
  • Hat die Keramik erstmal Temperatur, dauert es deutlich länger die Temperatur zu senken
  • Sollte es notwendig sein den Deckel zu öffnen, sollte dieser immer nur möglichst kurz offen sein. Die Temperatur geht sonst sehr schnell nach oben, da die Kohle bei offenem Deckel schnell anfängt richtig stark zu glühen (Kamineffekt)

Um den Grill auf die gewünschte Temperatur einzuregeln empfehle ich alle Teile wie Deflektor, Tropfschale, weitere Grillebene, etc. direkt nachdem ein kleines Glutnest vorhanden ist einzulegen. Ist die gewünschte Temperatur erreicht und konstant, wird das Grillgut aufgelegt.
Wer es sich etwas einfacher machen möchte oder in der Nacht ganz sicher seine Ruhe haben möchte, dem empfehle ich den Kauf eines BBQ Guru für die Temperatursteuerung. Aus meiner Sicht ist hier das kleinste Modell, der Party Q (Akkubetrieb) völlig ausreichend. Die größeren Modelle sind für mich “nice to have” oder dann sinnvoll wenn man z.B. noch keinen Thermometer besitzt um die Kerntemperatur zu überwachen.

Als erstes habe ich Pizza gemacht. Dazu habe ich den Monolith langsam hochgefahren und erstmal bei ca. 200 eingeregelt um das neue Material auf Temperatur zu bekommen. Anschließend bin ich hoch auf 450 Grad um mal zu sehen was so möglich ist. Bei ca. 350 Grad kam die erste Pizza dann in den Monolith.

Low&Slow stand als nächstes auf der Liste und als erstes habe ich ein kleines Stück Kotelett am Stück ohne Knochen zubereitet. Durch den Rauch hatte das Fleisch einen herrlichen Geschmack und war super saftig und zart.

Natürlich wurde auch einfaches Grillen getestet. Hier habe ich versuch mit einem direkten und indirekten Bereich zu arbeiten, dies hat auf dem Monolith mit geteiltem Deflektorstein und der zweiten Ebene (Diese empfehle ich unbedingt zu kaufen, ein must have!) wunderbar funktioniert.

Zwischenzeitlich ist der Monolith Classic bei mir fast nur noch im Bereich Low&Slow im Einsatz. Ribs, Pulled Pork, Beef oder Chicken, Pastrami, Brisket, etc. landen ausschließlich auf dem Monolith.

Fazit:

Nach gut einem Jahr bin ich noch immer überzeugt von meinem Monolith Classic und halte die Kaufentscheidung für richtig. Wer einen Grill mit den oben beschriebenen Eigenschaften sucht ist hier richtig und wird ein hochwertiges, optisch Ansprechendes und doch etwas ausgefallenes Grillgerät erhalten. Von mir gibt es für den Monolith Classic eine klare Kaufempfehlung.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich nach gut einem Jahr allerdings doch, die Seitentische aus Bambus-Holz. Zum einen könnte man hier grundsätzlich darüber nachdenken heimische Hölzer zu verwenden und zum anderen passt die Qualität der Versiegelung nicht zum Rest des hochwertigen Grills. Diese löst sich nach gut einem Jahr schon leicht ab und es bilden sich dunkle/graue Stellen. Die ändert aber nichts am sehr positiven Gesamteindruck.

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